31. Dezember 2016

Das vergangene Laufjahr mit seinen Höhepunkten

Januar:
Zweimal trete ich bei der oberschwäbischen Crosslaufserie an. Ich starte bei den Läufen in Birkenhard und Bad Waldsee. Beim Rennen über den Golfplatz in Bad Waldsee werde ich von Olympiateilnehmer Richard Ringer überrundet. Da ich im Dezember bereits in Blitzenreute gestartet war, komme ich sogar in die Serienwertung und belege am Ende den 4. Platz in der Altersklasse 40.

Februar:
Nun ist die Zeit der langen Trainingsläufe zur Vorbereitung meines Frühjahrsmarathons in Rom angebrochen. Nach der Fasnet bin ich wieder mit meiner Tochter ein paar Tage im Allgäu. Auch hier ziehe ich die 35 km runter. In dem welligen Gelände benötige ich für den langen Lauf drei Stunden. Ein Blick auf die Höhenmeter liefert die Erklärung dafür. Ich hatte über 600 Meter Höhenunterschied zurückgelegt. In den heimischen Gefilden absolviere ich die 35 km im zügigen Tempo in 2:40 Stunden.

März:
Gleich drei Wettkämpfe standen im März auf dem Programm. Mit Manne Krikler und Benny Klöppel fahre ich nach Kandel zum Bienwald-Marathon. Wir laufen dort den Halbmarathon, Manne und ich als Vorbereitungslauf für den Rom Marathon im April. Manne und ich bilden wieder ein gutes Team und kommen mit einer 1:19 ins Ziel. Der nächste Wettkampf ist dann eine Woche später in Kellmünz über 10 km. Wieder eine Woche später starte ich beim Osterlauf in Öpfingen auf der 10 km Strecke. Hier laufe ich für das Team „Runnerspoint Ulm“. Die gelaufene Zeit von 36:56 Minuten reichen in der Jahresabrechnung für den zweiten Platz in der Teamwertung des RP Shops.

April:
Nur einen Tag vor dem Marathon in Rom brechen wir am Samstagmorgen ganz früh auf. Unser Flieger geht bereits um 6 Uhr ab München. Wir sind eine kleine Reisegruppe von fünf laufbegeisterten Männern. Nur ein paar Stunden später holen wir in Rom unsere Startnummer ab. Ich ließ es mir beim Marathon nicht nehmen, die Ziellinie barfuß zu überqueren und mußte natürlich dazu Schuhe und Socken ausziehen. Damit wollte ich an Abebe Bikila erinnern, der 1960 an gleicher Stelle den olympischen Marathon in Weltrekordzeit gewonnen hatte. Bikila lief die gesamte Strecke barfuß und gewann damals die erste olympische Goldmedaille für Schwarzafrika. Mit einer Zeit von unter 2:50 ist es bei mir leider nichts geworden. Ich bin aber mit 2:53:34 Stunden und Gesamtrang 141 zufrieden. Danach haben wir noch bis Mittwoch die Stadt erkundet und ich war fasziniert vom Flair dieser Stadt.

Mai:
Freitag nach Vatertag starte ich beim Teufelslauf in Hörenhausen. Hier bin ich zum erstenmal dabei und es hat mir großen Spaß gemacht, die anspruchvolle Strecke zu bewältigen. Am Ende werde ich hier Gesamtdritter. Schon einen Tag später, bin ich in Bad Waldsee beim 10km Lauf mit von der Partie. Hier bin ich sonst immer den Halbmarathon, zweimal auch den Marathon gelaufen, den ich 2010 sogar gewinnen konnte. Einen Marathonlauf wird es hier aber nicht mehr geben, denn der wurde vom Veranstalter aus dem Programm genommen. Trotz der Vorbelastung vom Vortag erziele ich in Waldsee ein sehr gutes Ergebnis und werde in einem starken Feld Neunter und kann die AK40 sogar gewinnen.
Ende Mai sind wir über Pfingsten in der Türkei im Urlaub. Zweimal laufe ich zu der Antenne auf den Berg auf 345 Meter über dem Meer in Kemer hoch. Im letzten Jahr hatte ich im Türkeiurlaub einen bösen Sturz gehabt, dieser blieb mir heuer erspart.

Juni:
Berglaufen ist immer wieder eine große läuferische Herausforderung. Zu einer solchen zählt natürlich auch der Lauf auf die Burg Hohenneuffen mit einer Gesamtlänge von 9,3 km und 430 Höhenmeter im Aufstieg. Nach 44:49 Minuten habe ich das Ziel auf der Burg Hohenneuffen erreicht. Damit habe ich mein selbst gestecktes Ziel in 45 Minuten zu finishen geschafft. Der spätere Blick auf die Ergebnisliste bestätigt mein Gefühl, eine gute Leistung erbracht zu haben. Ich belege unter 452 Läufern den 19. Gesamtrang und in meiner Altersklasse Platz zwei. Am 11. Juni startet mein Trainingsprogramm für eine ganze Läufergruppe zur Vorbereitung des (Halb-) Marathons im September in Kreßbronn. Von Benny Klöppel lasse ich mich für eine Viererstaffel bei der Ulmer Laufnacht rekrutieren. Unsere Staffel gewinnt am Ende souverän den Wettbewerb über 100 Km in 7:04 Stunden. Dabei laufe ich meinen 21,6 km Abschnitt mit 236 Höhenmetern in 1:27 Stunden.

Juli:
Das Vorbereitungsprogramm der Laufgruppe ist im vollen Gange. Ich trainiere mit der Gruppe montags, donnerstags und sonntags. Am Montag machen wir Gymnastik und Lauf ABC. An den Donnerstagen laufen wir flott um den Baggersee. Den langen Lauf mache ich mit meinen Schützlingen am Sonntag. Da es vier Trainingsgruppen sind, werde ich noch von einigen Co-Trainern tatkräftig unterstützt, alleine wäre das nicht zu schaffen. Zu Beginn der Schulferien gibt es den „Run in die Ferien“ in Münsingen. Bei dem 10 km Rennen belege ich den siebten Rang und kann meine AK gewinnen.

August:
Der August ist mein trainingsintensivster Monat in diesem Jahr. Ich laufe keinen einzigen Wettkampf, dafür aber 398 Trainingskilometer. Es stehen auch wieder die langen Ausdauerläufe über 35 km in meinem Trainingsplan. Ich bereite mich damit auf den Chicago Marathon im Oktober vor. Ende August bekommt meine Tochter den Besuch des Europaparks in Rust zum Geburtstag geschenkt. Mit meiner Frau und Tochter verbringen wir drei Tage im Schuttertal in einer Ferienwohnung. Auch hier laufe ich natürlich meine Kilometer.

September:
Die erste Feuertaufe für die Laufgruppe ist der Ehinger Stadtlauf. Wir trainieren nun bereits seit zehn Wochen zusammen, um für den Bodensee Marathon am 17. September fit zu sein. Ich selbst belege mit einer durchwachsenen 38:16 Zeit den 14. Gesamtrang, in der Altersklasse belege ich Rang zwei. Als Trainer der Laufgruppe bleibe im Zielbereich noch stehen und warte auf die Finisher aus der Laufgruppe. Bei der Siegerehrung stellt sich heraus, dass die SZ-Laufgruppe bei den Damen in der Mannschaftswertung den zweiten Platz und bei den Herren den dritten Platz belegen. Das kann sich sehen lassen!
Der 17. September ist es der große Tag, auf den die SZ-Laufgruppe seit 13 Wochen intensiv trainiert hat. Der Herausforderung Marathon stellen sich vier Läufer und die drei Staffeln. Für die Halbe Distanz haben sich 56 Leute entschieden, die alle am orangenen Trikot zu erkennen sind. Ich selbst mache was Verrücktes. Zuerst starte ich als erster Läufer bei der Marathonstaffel um 12 Uhr, um dann anschließend um 13 Uhr mit meinen Schützlingen den Halbmarathon mit Zielzeit 1:45 Stunden zu laufen. Am Ende des Tages sind wir alle erfolgreich. Wir gewinnen mit der Viererstaffel den Marathon in 2:38 Stunden und meine Trainingsgruppe bringe in nach 1:45:33 Stunden sicher ins Ziel. Bei der After-Race-Party bekommt jeder SZ-Laufgruppen Teilnehmer sein Diplom überreicht, das von Arne Gabius persönlich signiert ist. Den Monat September schließe ich mit 392 Laufkilometern ab und bin gut in Form gekommen für den Marathon in Chicago.

Oktober:
Mit meinem Laufkumpel Christoph mache ich mich am Donnerstagmorgen ganz früh auf zum Flughafen. Die Anreise über Stuttgart – Berlin – Frankfurt – Chicago hatten wir selbst organisiert und ich hatte ein wenig Angst, dass irgendwas nicht klappen könnte. Es ging alles glatt und in Chicago haben wir uns dann der Reisegruppe von interair angeschlossen. Für den Marathon hatten wir Kaiserwetter erwischt, morgens noch kühle Temperaturen und ein strahlend blauer Himmel. So konnte ich meinen 17. Marathon in Windy City am Michigansee nach 2:49:17 Stunden finishen. Mit diesem Ergebnis belegte ich dann den 333. Platz von über 40.000 Finishern. In der inoffiziellen Nationenwertung komme ich auf den zweiten Platz unter den deutschen Teilnehmern.

November:
Nach dem Marathon in Chicago ist erstmal die Luft raus und ich mache zunächst nicht mehr viel. Am 20. November starte ich dann bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften im Waldlaufen in Riederich. Hier komme ich auf einen guten 4. Platz in meiner Altersklasse.

Dezember:
Am 11. Dezember ist schon der erste Lauf von der oberschwäbischen Crosslaufserie. Beim Rennen über die Obstwiese in Blitzenreute belege ich den 7. Platz in meiner Altersklasse. An Silvester starte ich bei der 50. Auflage des Silvesterlaufes in Gersthofen. Hier werde ich wieder siebter in der AK.
Der Dezember ist mit 113 Kilometern mein trainingsschwächster Monat. Insgesamt habe ich im Jahr 2016 bei 220 Einheiten 3094 Kilometer in den Laufschuhen trainiert.

www.42komma2.de -Faszination Marathon-

Chicago 2016

Chicago Marathon 2016 (Zeit 2:49:19)

Foto: Isaak Papadopoulos

Zitate


„Die besten Läufer sind die, die hart trainieren können, aber auch ein Quäntchen Faulheit haben.
Damit ihr Körper Zeit zur Regeneration findet.“

Benji Durden (Coach und Marathon-Olympiateilnehmer 1980)