17. September 2016
Alle Teilnemher der SZ Laufgruppe kommen gesund und glücklich ins Ziel
Heute ist es der große Tag, auf den die SZ-Laufgruppe seit 13 Wochen intensiv trainiert hat. Der Herausforderung Marathon stellen sich vier Läufer und die drei Staffeln. Für die Halbe Distanz haben sich 56 Leute entschieden, die alle am orangenen Trikot zu erkennen sind. Wir reisen gleich mit zwei Reisebussen nach Kressbronn. Bis alle ihre Startnummer haben und ihre Klamotten gewechselt, ist es für mich etwas stressig die vielen Leute zu betreuen. Ich mache heute wieder was Verrücktes. Zuerst starte ich als erster Läufer bei der Marathonstaffel um 12 Uhr, um dann anschließend um 13 Uhr mit meinen Arne-Schützlingen den Halbmarathon mit Zielzeit 1:45 Stunden zu laufen. Daher stehe ich um 12 Uhr mit einer Staffel Startnummer an der Startlinie vor der Festhalle. Bevor der Startschuss fällt, klatsche ich noch meine vier Marathon-Männer ab. Die Jungs sind gut vorbereitet und werden das Ding am Bodensee rocken, da bin ich mir ganz sicher. Nach dem Startschuss schlage ich ein flottes Tempo an und führe das Marathonfeld an.
Mein erster Start an diesem Tag in der Marathon-Staffel
Der spätere Sieger schließt kurz zu mir auf und schaut sich meine Startnummer genau an. Ich sage ihm, dass ich ein Staffelläufer bin. Die Laufstrecke kenne ich bereits, zum einen bin ich letztes Jahr den Marathon hier gelaufen zum anderen bin ich die Strecke letzte Woche abgeradelt. Nach 8,3 Kilometer gebe ich die Startnummer mit dem Transponder an Matthias Stegbauer weiter. Ich habe meine Etappe in 30:22 Minuten gemeistert. Für den Rückweg zu meinem nächsten Start benutze ich mein Mountain Bike, mit dem Matthias zum Wechselpunkt gelangt ist. Noch schnell ein frisches orangenes Shirt mit der Halbmarathon Startnummer angezogen und schon kann es das zweite Mal losgehen. Das Starterfeld ist von orangenen Trikots durchzogen, das sieht richtig gut aus. Meine Mission ist nun, die zwei Mädels und Thomas aus der Trainingsgruppe Arne mit 1:45 Stunden ins Ziel zu führen. Der Startschuss fällt und wir laufen den ersten Kilometer, der leicht ansteigend ist, gleichmal 20 Sekunden zu langsam.
Der zweite Start mit der Trainingsgruppe Arne
Ich sage aber zu Hannah, Thomas und Verena nichts, möchte die Drei nicht verunsichern. Nach ein paar Kilometern haben wir einen guten Laufrhythmus gefunden und laufen einen soliden 5er Schnitt. An der Argen angekommen, geht es dann zuerst ein kurzes Stück flussaufwärts. Dann wechseln wir die Uferseite mittels einer Brücke und nun geht es flussabwärts. Auf diesem Abschnitt erhöhe ich ganz leicht das Tempo, die Mädels und Thomas bemerken es gar nicht. Nun überholen wir auch schon einige Läufer, die das Tempo nicht mehr halten können. An der Flussmündung zum Bodensee überqueren wir auf einer schwingenden Brücke wieder den Fluss Argen. Jetzt geht es logischerweise wieder flussaufwärts. Nach zwölf Kilometern bekommt Thomas Probleme und muss abreißen lassen. Thomas wird auf uns dann zehn Minuten verlieren und hatte einfach keinen guten Tag erwischt. Die beiden Mädels laufen in einem super Rhythmus, das ist beeindruckend. Jetzt kommt ein Begleit-Radfahrer von hinten und klingelt, damit wir ein wenig Platz machen. Das kann eigentlich nur die führende Marathonstaffel sein, also Hubbe als Schlussläufer in der Staffel, bei der ich den ersten Abschnitt gelaufen bin. Der Radfahrer erkennt mich beim Vorbeifahren und fällt fast vom Glauben ab, weil er mich ja vor knapp zwei Stunden begleitet hatte. Unser Vorhaben die Staffel zu gewinnen, gelingt eindrucksvoll in 2:38 Stunden. Hier ist auch die Leistung von Matthias Kugelmann zu nennen, der der Dritte im Bunde bei unserer Staffel war.
Die zwei Mädels und ich laufen weiter den Kiesweg an der Argen entlang. Die letzten vier Kilometer sind wieder auf Asphalt zu laufen. Jetzt machen wir richtig Druck, denn die Zielzeit von 1:45 ist noch im Bereich des Möglichen. Mein Staffelkollege Matthias Kugelmann kommt uns entgegen und engagiert sich als Zugläufer. Der Anstieg zur Brücke über die Bundesstraße, kostet auch nochmal ein bisschen Zeit. Die Mädels haben immer noch einen super Laufstil und konzentrieren sich total. Hannah und Verena werden von mir immer wieder angepeitscht, das Tempo hoch zu halten. Dadurch können wir noch einige Läufer vor uns überholen. Auf dem letzten Kilometer fällt die Strecke ab, das kommt uns allen sehr entgegen. Ich schaue auf die Uhr, es sind noch zirka 300 Meter bis ins Ziel. Ich rufe den Mädels zu, „in 90 Sekunden müssen wir im Ziel sein, dann langt es noch!“ Das mobilisiert die letzten Kräfte. Und wir schaffen es tatsächlich nach 1:45:33 Stunden den Halbmarathon am Bodensee zu finishen. Eine wirklich starke Leistung von Hannah und Verena und eine perfekte Renneinteilung, sehr geduldig und mit Bedacht.
Nach und nach kommen die Läufer der SZ Laufgruppe ins Ziel und strahlen dort um die Wette. Mit dem Wetter hatten wir totales Glück, denn es blieb trocken und zweitweise war es sogar sonnig. Ein hervorragendes Marathon-Debüt gelingt Ralf, der die 42,2 Kilometer nach 3:37 Stunden beendet. Das war genau die Zeit, die mein Kalkulator für ihn ausgerechnet hatte.Unsere Redakteurin Agathe begleite ich auf ihrem letzten Kilometer. Sie ist die Schlussläuferin in einer Marathonstaffel und kommt überglücklich ins Ziel. Nach der Siegerehrung machen wir uns auf die Heimreise. Bei der After-Race-Party bekommt jeder SZ-Laufgruppen Teilnehmer sein Diplom überreicht. Meine Überraschung mit den Urkunden gelingt voll. Ich hatte im Vorfeld alle Urkunden per Post an Marathon-Rekordhalter Arne Gabius geschickt. Er hatte dann jedes einzelne Läufer-Diplom handsigniert.

Die ganze SZ-Trainingsgruppe vor dem Start des Bodensee Marathons in Kressbronn (alle Fotos Herbert Blersch)