16. Mai 2015

unter ferner liefen...

Eine ganz spezielle Herausforderung habe ich beim Start bei der Berglauf DM in Bühl in Baden gesucht. Bereits die Anreise am Samstagvormittag mit der Deutschen Bahn war schon ein rechtes Abendteuer. Nach Umstiegen in Ulm, Stuttgart und Karlsruhe bin ich dann endlich im badischen Bühl angekommen.
Die Strecke, die es galt zu bezwingen, war mehr als anspruchsvoll für einen Oberschwaben wie mich. Die blanken Zahlen versprachen einiges, es waren 9,5 km mit 776 Höhenmeter im Anstieg bis hoch zum Mehliskopf-Turm auf 1008 Metern Höhe zu bewältigen. Ich hatte mich nicht speziell auf diesen Berglauf vorbereitet. Wo kann man auch schon in Oberschwaben 10km am Stück bergauf laufen? Es waren einige hochklassige Läufer am Start, denn mit einem guten Ergebnis konnte man sich noch für die Berglauf Europameisterschaft im portugiesischen Madeira qualifizieren. Wie es sich für eine Deutsche Meisterschaft gehört, wurde der Lauf pünktlich gestartet. Auf den ersten paar Hundertmetern war es ganz schön eng im beschaulichen Bühlertal.

Profil_Hundseck_Berglauf
Nach den ersten moderat bergan führenden 500 Metern auf der Hauptstraße wird diese nach links verlassen und es folgt sogleich ein hammerharter, etwa 400 Meter langer, giftiger Anstieg, durch eine von den Läufern zu diesem Zeitpunkt als solche sicher nicht wahrgenommene, idyllische Wohngegend mit schmucken Einfamilienhäusern. Es folgen fast eineinhalb relativ flache Kilometer und Bühlertal wird nach etwa 2,2 Kilometern verlassen. Nach einer scharfen Linkskehre wird von Asphalt auf gut befestigten Waldboden gewechselt. Auf den nächsten komplett im Wald verlaufenden fünf Kilometern werden nun mehr oder weniger kontinuierlich etwa 500 Höhenmeter bewältigt. Diese fünf Kilometer sind sicher das Kernstück dieses Berglaufs. Hier muss jeder seinen individuellen Rhythmus finden und sich stoisch nach oben quälen. Das ist mir leider nicht gelungen, ich habe große Schwierigkeiten zwischen Kilometer vier und fünf meinen Rhythmus zu finden. Nach circa 7,2 zurückgelegten Kilometern, mit bis jetzt etwa 600 bewältigten Höhenmetern, wird es abwechselnd eben und leicht wellig. Fast einen Kilometer kann man es richtig laufen lassen oder Kraft sammeln für die 180 Höhenmeter des ungefähr 1,3 Kilometer langen Schlussanstiegs. Nach noch moderat ansteigendem Schotterweg, geht es hierbei über eine rutschige Wiese (im Winter ein Skihang), auf den mit Wurzeln, Steinen und Rinnsalen gespickten, steilen Pfad zum Mehliskopf-Aussichtsturm. An einem Spalier aus Zuschauern vorbei darf man es nun auf den letzten Metern zum Ziel hoch kämpfen. 9,5 Kilometer mit 776 Metern Höhendifferenz bzw. 780 Höhenmetern sind am Ende bewältigt. Nach 52:39 Minuten bleibt die Uhr für mich stehen. Aus meinem erhofften sechsten Platz in der Altersklasse, ist ein ernüchternder 16. Platz geworden. Im Gesamteinlauf konnte ich den 103. Platz von 381 Männern im Ziel belegen.Alex_Beglauf_DM

www.42komma2.de -Faszination Marathon-

Chicago 2016

Chicago Marathon 2016 (Zeit 2:49:19)

Foto: Isaak Papadopoulos

Zitate


„Für einen Marathon zu trainieren ist schwer.
Noch schwieriger ist es, nicht für einen Marathon trainieren zu können.“

Viktor Röthlin (schweizerischer Marathon-Europameister 2010)