13. März 2016

Sub 1:20 bei meinem 100. Wettkampf

Nach meinem ersten Start beim Bienwald Marathon im Jahr 2011, greif ich in diesem Jahr bei der Halbdistanz in Kandel an. Um 5:30 Uhr klingelt mein Wecker, für Sonntag ganz schön früh, mit mäßigem Elan geht es raus aus den Federn. Da stelle ich mir auch die Frage „Wozu das denn?“. Der Start ist um 10 Uhr und es sind bis in die Südpfalz gute 200 km Anreise. Heute bin ich mit Manne und Bennie unterwegs, wir treffen uns in Ulm am Bahnhof. Die Fahrt auf der Autobahn ist zügig möglich und wir kommen rechtzeitig in Kandel an. Startunterlagen abholen, umziehen und warmlaufen, das ist alles schon Routine. Denn mittlerweile habe ich Dutzende Wettkämpfe bestritten, heute ist ein Jubiläum, mein 100. Wettkampf insgesamt und meinen 35. Halbmarathon.Kandel_2016
Bei der Anmoderation zum Start wird erwähnt, dass Lisa Hahner noch für den Halbmarathon nachgemeldet hat und ihren Leistungsnachweis für Rio erbringen möchte. Mit ein klein wenig Verspätung erfolgt dann der Startschuß und das Feld von ca. 1300 Halbmarathonies (Marathon ca. 500 Starter) machte sich auf die Strecke. Trotz kühlen 5°C und einem frischen Wind aus nordöstlicher Richtung laufe ich heute in kurz/kurz. Bennie hat mich ganz entgeistert angeschaut, als er mein Outfit gesehen hat. Nach dem Start verlassen wir auch gleich Kandel und wir laufen in Richtung Minfeld. Auf freier Strecke spürt man den frischen Nordostwind deutlich, der Split für die ersten 5 Km liegt bei 18:52 Minuten. Manne und ich laufen wieder zusammen und ich sage zu ihm „unser Tempo ist höher als in Ulm im vergangenen September“. Manne grinst, denn er will seine Bestzeit von Ulm heute verbessern. Nach neun Kilometern biegen wir auf die breite Landstraße im Bienwald ein. Der nächste 5er Split piept nach 18:57 Minuten, das ergibt für die ersten zehn Kilometer 37:49 Minuten, gar nicht schlecht, kommt aber noch besser. Jetzt kommt uns auch schon die Spitze mit Simon Stützel und etwas später Lisa Hahner entgegen geflogen. Der Wendepunkt kommt nach zirka 12,5 km. Hier ist die Beschilderung etwas irreführend, was bei der Spitze zu einem falschen Wendemanöver führt. Die Spitzengruppe dreht dann erneut um und läuft dann um den korrekten Wendepunkt, das kostet natürlich wertvolle Sekunden. Den ganzen Ablauf erfahre ich aber erst später in der Berichterstattung.Ich laufe nach der Wende zu einem Läufer auf, der genau mein Tempo läuft. Keine Ahnung wo der plötzlich herkommt. Ich jage diesem Typen hinterher. Manne hat eine kleine Lücke entstehen lassen, taucht dann aber nach kurzer Zeit wieder neben mir auf. Es geht die Landstraße wieder zurück, Bennie ruft im Gegenverkehr meinen Namen. Jetzt haben wir einen leichten Rückenwind, den wir dann aber verlieren, weil wir links abbiegen. Der dritte 5er Split liegt wieder bei 18:51 Minuten. Bei der 16 Kilometer Marke beendet unser Paceläufer seine Arbeit und drückt auf seine Uhr. Jetzt gilt es das Tempo weiterhin hoch zu halten, dazu ist immer mehr Kraft notwendig. Die ersten Windschattenläufer kommen jetzt auch von hinten und machen nochmal richtig Druck. Da kann ich allerdings nicht mehr mit gehen. Der vierte 5er Split ist mit 18:47 Minuten der schnellste, und addiert sich mit dem dritten Split zu 37:38 Minuten für 10 km. Jetzt setzt sich Manne ab, ich kann nicht mehr dranbleiben. Tempohärte wo bist du? Noch eine dreiviertel Runde im Station und dann das Finish nach 1:19:52 Stunden. Wow sub 1:20, damit bin ich voll zufrieden und Manne erst! Es ist schon eine Weile her, als ich das letzte Mal unter den magischen 80 Minuten geblieben bin. In Kandel belegt man mit so einer Zeit nur Rang 59 und in der Altersklasse noch den 10. Platz. Für Rom lieg ich damit sehr gut im Plan, der nächste Wettkampf ist dann gleich nächsten Samstag in Kellmünz beim Zehnkilometerlauf.

Kandel_Ziel_2016

Da können Manne und ich zufrieden ein Erdinger alkoholfrei trinken

(Fotos: Benjamin Klöppel, www.werun4fun.de) 

www.42komma2.de -Faszination Marathon-

Chicago 2016

Zitate


„Für einen Marathon zu trainieren ist schwer.
Noch schwieriger ist es, nicht für einen Marathon trainieren zu können.“

Viktor Röthlin (schweizerischer Marathon-Europameister 2010)