01. November 2013

eine ganz besondere Begegnung in New York

Zeitungsbericht in der Schwäbische Zeitung Lokalsport von Redakteur Rainer Schick

Alexander Schwarz trifft Gretel Bergmann

Zu einer besonderen  Laupheimer Begegnung ist es in New York gekommen. Alexander Schwarz hat die frühere Laupheimer Spitzen-Hochspringerin Gretel Bergmann getroffen, der 1936 durch die Nazis die Teilnahme an den Olympischen Spielen verwehrt worden ist. Initiiert hat das Treffen TSV-Läufer Jürgen Littwin, der regelmäßig Kontakt zu der 99-Jährigen hält. "Sie hat sich sehr gefreut über unseren Besuch", berichtet Alexander Schwarz, der zusammen mit seiner Frau Simone bei Gretel Bergmann zuhause in Queens vorbeigeschaut und ein Grußschreiben der Stadt samt Blumenstrauß und Grüße von der Leichtathletikabteilung des TSV überbracht hat.
Etwa eine Stunde lang hätten sie sich mit ihr unterhalten. "Von mir wollte sie genau wissen, wie oft und wie viel ich laufe. Sie selbst sei als Sportlerin nicht so gerne gelaufen", erzählte Schwarz, der Gretel Bergmann erstmals persönlich kennenlernen durfte und tief beieindruckt war. "Sie hat unglaublich viel Humor", sagte er, wenngleich nicht zu verkennen sei, dass der Schmerz über die von den Nazis verhinderte Olympiateilnahme noch immer groß sei. Sie habe aber betont, dass sie Laupheim inzwischen wieder liebe, weil die heutige Generation nichts für die damaligen Verbrechen an den Juden könne.
Bei der Präsentation des Films "Berlin 36" vor wenigen Jahren sagte die via Telefon zugeschaltete Gretel Bergmann "I have a Gänsehaut". Das galt nun auch für Alexander Schwarz und seine Frau. "Als wir nach dem Besuch auf dem Rückweg in unser Quartier waren, hatten wir eine Gänsehaut." (reis)

Gretel_Bergmann

Die 99-Jährige Gretel Bergmann mit dem Blumenstrauß in den Stadtfarben und Alexander Schwarz